Die Reise zum Glück

Hast du schon mal das Wort glücklich gegoogelt?  Es warten zig-tausende Beiträge mit Tipps und Tricks, die dir helfen sollen glücklich zu werden. Und zwischendrin immer wieder die Fragen: Was ist Glück eigentlich? Und was bedeutet es glücklich zu sein? 

Ich glaube nicht, dass es auf die Frage, was Glück ist, die eine Antwort gibt. Und ich glaube erst recht nicht, dass es das eine Rezept zum Glücklichsein gibt. Also habe ich weder eine Antwort noch ein Rezept für dich. Aber ich habe einige Erkenntnisse aus der Glücksforschung und Erfahrungen von meiner persönlichen “Reise zum Glück“ für dich. 

An diese „Reise zum Glück“ glaube ich übrigens nicht mehr.  Ich habe lange Zeit gedacht, dass das Glück irgendwo auf mich wartet und gefunden werden muss. Doch es scheint fast so, dass je mehr wir nach dem Glück suchen, desto unglücklicher werden wir.

Statt Glück als Endstation zu sehen, bin ich inzwischen davon überzeugt, dass es überall entlang der Reise gefunden werden kann.

Wir müssen uns nur dafür öffnen und begreifen, was wahres Glück für uns bedeutet. Für mich ist das eine Erleichterung und ich hoffe, dass es auch dir helfen wird, dich von dem Druck zu erlösen, das Glück zu finden. 

 

Unterschiedliche Bedeutungen des Wortes Glück

 

Glück gehabt! Das Glück des Zufalls

Einerseits verbinden wir das Wort Glück mit dem Zufall (engl. luck). Glück zu haben heißt durch einen glücklichen Zufall begünstigt zu sein, zum Beispiel beim Glücksspiel. Um dieses zufällige Glück soll es hier nicht gehen. Hier soll’s ums Glücksempfinden gehen. Und ich glaube nicht, dass Erfüllung und Zufriedenheit eine Frage des Zufalls oder Schicksals sind. Doch auch da ist das Wort Glück vieldeutig.

Glücklich sein: Die zwei Bedeutungen vom Glücklichsein

  1. Die eine Bedeutung von Glück ist, »sich gut zu fühlen«. (engl. pleasure) Wir erleben einen Glücksmoment. Das kann ein Gefühl von Genuss, Freude oder Befriedigung sein.  Meist ist dieses Erleben allerdings von kurzer Dauer.  Wir alle genießen diese Gefühle. Daher ist es kein Wunder, dass wir ihnen hinterher rennen.
  2. Die andere Bedeutung von Glück ist, »ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen«. (engl. happiness) Das ist kein flüchtiges Gefühl sondern die Erfahrung eines authentisch, nach unseren eigenen Werten, gelebten Lebens. Dieses Gefühl stellt sich ein, wenn wir uns darüber klar werden, was wir wirklich im Leben wollen und entsprechend handeln, wenn wir die Dinge tun, die uns am Herzen liegen und nach den Dingen streben, die uns wertvoll und sinnvoll erscheinen. 

Im ersten Fall geht es also um ein Glücksgefühl, das eintritt, wenn etwas Positives in unserem Leben passiert. Dieses Gefühl ist oft flüchtig und liegt nur zum Teil in unserer Kontrolle. Und so machen wir unser eigenes Glück abhängig von äußeren Umständen. Außerdem haben wir gelernt Glück in Dingen, Leistung und Besitz zu suchen, weil wir diese stark mit unserem Selbstwert geknüpft haben. Das kann sogar biologisch begründet werden. Für unsere Vorfahren gab es eine generelle Erfolgsregel zum Überleben: mehr bekommen und besser werden. Es überrascht also nicht, dass unser moderner Geist auch heute noch ständig auf der Suche nach »mehr und besser« ist: mehr Geld, einen besseren Körper, mehr Liebe, usw. 

Das führt zum einen dazu, dass wir ziemlich selbstbezogen durch die Welt gehen und zum anderen macht es auch eine Menge Druck.

 

Es ist an der Zeit Glück umzudenken 

Mir ist neulich ein Satz begegnet. Ich weiß nicht mehr genau wo, aber er ist hängen geblieben: 

“Glück ist das richtige Gefühl zum richtigen Zeitpunkt.”

Für mich bedeutet dieser Satz, dass glücklich sein nicht heißt, immer gut drauf zu sein. Es geht nicht darum, sich immer gut zu fühlen, sondern gut im Fühlen zu werden. Dann sind auch unangenehme Gefühle erlaubt – eben das passende Gefühl zum passenden Zeitpunkt. Und das steht nicht im Widerspruch zum Glücklichsein. 

Mich erinnert diese Einstellung an meine Weiterbildung in ACT (Acceptance and Commitment Therapy), denn da geht es im Grunde um genau das: ein erfülltes und sinnvolles Leben zu erschaffen, statt glücklichen Gedanken und Gefühlen nachzujagen.

Ein solches Leben wird zweifellos viele angenehme Gefühle mit sich bringen. Allerdings auch auch unangenehme Gefühle wie Traurigkeit, Angst oder Wut. Es wird die ganze Bandbreite menschlichen Gefühle für uns bereit halten.

 

Zwei Zutaten für ein glückliches und erfülltes Leben

Wie ich eingangs schrieb, gibt es hier kein Rezept für ein glückliches Leben. Aber zwei wichtige Zutaten für ein glückliches und erfülltes Leben möchte ich dennoch mit dir teilen. Die Besinnung darauf hilft mir immer, wenn ich mich erwische einer Vision von Glück, die nicht meine eigene, wahre ist, hinterher zu laufen. 

  1. Selbstakzeptanz

Selbstakzeptanz bedeutet, sich so anzunehmen, wie man ist. Eben als ein Mensch, der unvollkommen ist und Fehler macht. Und bei all den Fehlern gütig mit sich zu sein und freundlich mit sich selbst umzugehen. Wir sind gut darin uns ein perfektes Bild von dem zu malen, wie wir zu sein, zu agieren und auszusehen zu haben. Natürlich werden wir dieses Bild nicht erreichen können und dennoch vergleichen wir uns immer wieder damit. Hast du schon mal deine Gedanken beobachtet, wie streng du mit dir selbst sein kannst? Dass Selbstmitgefühl einen positiven Effekt auf die eigene Zufriedenheit hat, überrascht wohl niemanden. Und die gute Nachricht ist, Achtsames Selbstmitgefühl kann man lernen.  

  1. Werteorientierung

Statt einem fremden oder unmöglichen Idealbild vom perfekten Leben hinterher zu rennen, sollten wir unser Leben nach unseren eigenen Werten ausrichten. Werte agieren als unser innerer Kompass. Sie beschreiben wie wir sein wollen, wofür wir stehen wollen und wonach wollen wir handeln wollen?

Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, dem kann ich das Buch „Wer dem Glück hinterherrennt, läuft an ihm vorbei“ von Russ Harris empfehlen. Als eine Komponente zum Glücklichsein nennt er psychologische Flexibilität. Sie ist “die Fähigkeit, sich einer Situation mit Bewusstheit, Offenheit und Klarheit anzupassen und effektiv zu handeln, indem Sie sich von Ihren Werten leiten lassen.”

 

Mach eine Pause vom ständigen glücklich (oder unglücklich) sein

Um nochmal auf die “Reise zum Glück“ zurück zu kommen. Ich habe mich entschieden aus dem Flugzeug zum Glück auszusteigen und mich von dem Streben nach so vielen Glücksmomenten wie nur möglich zu lösen. Stattdessen habe ich begonnen, etwas tiefer zu graben und “happiness as an inside job“ zu sehen.

Entscheide dich glücklich zu sein, nicht, weil alles gut ist, sondern weil du das Gute in allem erkennst. 

Für mich ist Glück, mir die Freiheit zu nehmen, mein Leben so zu gestalten, wie ich es möchte. Das bedeutet auch, dass ich hinfalle und wieder aufstehe, erneut hinfalle und wieder aufstehe, … Das macht nicht glücklich, aber mein Leben nach meinen Vorstellungen zu führen schon. Und diese Reise fahre ich mit der Bummelbahn, denn da sehe ich das Glück, das am Wegesrand steht und mir zu winkt. 

Die Griechen haben ein Wort für das Gefühl des Glücks, das Euphoria heißt. Es leitet sich ab von euphoros und setzt sich zusammen aus eu „gut“ und pherein „[er]tragend”.

Warum nehmen wir das nicht als Aufhänger zum Umdenken und sehen uns als „Träger des Guten“?
Statt nach dem Glück zu suchen, fangen wir an, Gutes in Form von guten Worten, Taten und Gedanken in unser Leben und das Leben anderer zu tragen.

Wenn du dir einen Coach an deiner Seite wünscht, die dich dabei unterstützt, mehr Glück und Erfüllung in dein Leben und deine Arbeit zu bringen, dann melde dich gerne bei mir. In einer unverbindlichen Discovery Session können wir uns kennenlernen und einen ersten Blick auf dein Themen werfen.

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